Demokratie braucht Austausch! In einem Land, in dem Menschen aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichsten Lebensgeschichten aufeinandertreffen, ist dieser Austausch wichtiger denn je. Genau deshalb laden Bonner*innen mit Fluchterfahrung zum Dialog an die Tafel der Demokratie ein. Sie wollen sich für demokratische Werte einsetzen, Verantwortung für die hiesige Gesellschaft mittragen und ihre Wertschätzung für ein freies demokratisches Deutschland zum Ausdruck bringen.

 

Die Idee, Geflüchtete und Einheimische an eine Tafel der Demokratie zusammenzubringen, stammt aus dem Bremer Bürger Zentrum Neue Vahr e.V.. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wird bundesweit in vielen Städten zu Tafeln der Demokratie eingeladen – jeweils organisiert von einer lokalen Initiative. In Bonn haben wir, die Flüchtlingshilfe Bonn e.V., die Planung und Durchführung übernommen. Bei Kaffee und Kuchen wollen wir Raum für Diskussionen schaffen: Was bedeutet Demokratie? Wo wären wir ohne sie? Welchen Anteil leistet jede*r Einzelne an einer lebendigen Demokratie?

Die Tafel der Demokratie bringt in diesen schweren Zeiten Menschen zusammen. Egal ob jung oder alt, Christ oder Muslim, alteingesessen oder erst seit kurzem hier: Vielfalt bereichert unser Land. Eine freie Gesellschaft und ein Rechtsstaat mit klaren Regeln auf die sich alle verlassen können, sind dabei das Fundament. Ich unterstütze dieses tolle Projekt, das ein lebenswertes und solidarisches Deutschland zeigt.“

Thomas Oppermann
Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Schirmherr des Projektes

Wir freuen uns sehr, neben Geflüchteten und Einheimischen auch die neue Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn begrüßen zu dürfen. Außerdem danken wir unserem Kooperationspartner, der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn, die ihren Arkadenhof des Hauptgebäudes für diese Veranstaltung zur Verfügung stellt.

Zusammen feiern, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, dafür wollen wir den Tag der Deutschen Einheit nutzen. Ein Tag, der für ein humanes, demokratisches und gerechtes Miteinander aller Menschen in Deutschland steht.

Wann: 3. Oktober 2020, 15:00 – 17:00 Uhr
Wo: Arkadenhof der Uni Bonn, Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn

Um ein Infektionsrisiko in der aktuellen Corona-Pandemie zu minimieren, sind verschiedene Hygienemaßnahmen zur Durchführung der Veranstaltung nötig. Neben einer Mund-Nasen-Schutz-Pflicht und einem Mindestabstand von 1,5 Metern zu Teilnehmenden außerhalb der eigenen Tafel-Gruppe (je 6 Personen) ist auch eine Anmeldung bis zum 27. September 2020 erforderlich unter: 0178-4387727 oder nadja.mueller@fluechtlingshilfe-bonn.de. Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmer*innen-Zahl beschränkt.

 

Nachlese

Da das Wetter am 3. Oktober weniger in Feierlaune war als wir, musste die Tafel die Demokratie in die regengeschützte Blaue Grotte der Universität Bonn verlagert werden. Dort entstand mit der Unterstützung vieler tatkräftiger Helfer*innen die feierlich geschmückte Tafel in Form von vier Gruppentischen, sowie ein buntes und mehr als reichhaltiges Kuchen-Buffet.



Nadja hieß alle Gäste an den Tischen herzlich willkommen, auch unsere frischgewählte designierte Oberbürgermeisterin Katja Dörner. Danach sprachen der Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Volker Kronenberg und Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel ein Grußwort. Sie lobten die Idee, mit einer Veranstaltung wie dieser den demokratischen Austausch in unserer Gesellschaft zu fördern, und dankten den Gastegeber*innen für ihr Engagement.
Mit vor Ort war außerdem der Generalanzeiger, welcher am 5. Oktober über die Tafel der Demokratie berichtete.



In den folgenden zwei Stunden war die Blaue Grotte mit spannenden, teils heiteren, teils ernsten Gesprächen erfüllt. Die Gastgebenden aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak führten mit vorbereiteten Fragen durch die Diskussionen und sorgten für angeregte Unterhaltungen.



Eine Teilnehmerin bedankt sich per Mail für die gelungene Veranstaltung:

„Es war eine spannende Gesprächsrunde! Mir ist aufgegangen, wie wertvoll es ist, miteinander im Austausch über dieses wichtige Thema zu sein und voneinander und aufeinander zu hören. Nie zuvor habe ich mich mit anderen darüber ausgetauscht, was Demokratie bedeutet […] und besonders bereichernd empfand ich, die differenzierten Sichtweisen wahrzunehmen – gerade, wenn Menschen über Erfahrungen mit anderen politischen Systemen verfügen.“

Teilnehmerin an der Tafel der Demokratie

Nadja und unsere Gastgeber*innen: Issak, Safaa, Mohamed, Shirin, Abbas, Jamil, Mansoor (v. l. n. r.)