Mentoring ist eine wirksame Methode, um individuelle Entwicklung zu begleiten und zu fördern.

Bei der Flüchtlingshilfe Bonn haben wir diese Methode schon in mehreren Projekten erfolgreich eingesetzt. Dabei änderten sich die Zielgruppe im Laufe der Zeit mit den jeweils aktuellen Bedürfnissen.

Schon im Rahmen der Bonner save me – Kampagne hatten wir uns dazu verpflichtet, die neu aufgenommenen Flüchtlinge durch „Patenschaften“ zu begleiten.

Die ersten solchen Patenschaften konnten wir 2010 vermitteln. Schnell haben wir gelernt, dass zur Vermittlung eine kontinuierliche Begleitung hinzukommen muss. Da wir damals keine Hauptamtlichen hatten, hat eine Mitarbeiterin der Caritas-Flüchtlingsberatungsstelle die kontinuierliche Begleitung der wenigen Tandems übernommen.

Als ab Mitte 2014 immer mehr Flüchtlinge nach Bonn kamen, mussten wir die Begleitung anders organisieren.
So bildete sich Anfang 2015 ein ehrenamtliches Team, das den bis heute genutzten Vermittlungsprozess entwickelte und den Austausch zwischen den Mentor*innen organisierte.
Im „Sommer der Migration“ 2015 zeichnete sich schnell ab, dass ein rein ehrenamtliches Team an seine Grenzen stoßen würde: Es war Zeit für hauptamtliche Strukturen.

Die Aktion Mensch ermöglichte uns mir ihrer großzügigen Förderung die Einstellung von Nadja als hauptamtliche Koordinatorin für die ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren.

Innerhalb der zunächst dreijährigen Laufzeit konnten wir 323 Mentorenschaften vermitteln und begleiten.

Die Evaluation zeigte, dass die Mentor*innen eine hohe Wirksamkeit bei der kognitiv kulturellen und der emotionalen Integration erleben, bei der sozialen Integration ist sie etwas
geringer. Bei der strukturellen Integration waren sowohl die Fortschritte als auch der Beitrag der Mentor*innen dazu sehr unterschiedlich.

Die Aktion Mensch verlängerte die Förderung im Rahmen des Programms „Erfolgreich weiter“ um zwei Jahre.

2020 kam Corona… Innerhalb weniger Monate hatten wir Vermittlung und Betreuung auf digitale Medien umgestellt. In den Fokus rückten die sozialen Kontakte während der Isolation.

Ein zweites Mal stand uns die Aktion Mensch als Fördermittelgeber zur Seite, um gezielt Flüchtlinge zu unterstützen, die bereits an der Schwelle zum Arbeitsmarkt stehen.

Wieder setzten wir auf Mentorenschaften, die um eine Offene Bewerber*innensprechstunde und Bewerbungs-Coachings mit kürzeren Laufzeiten ergänzt wurden.

Für die Projektleitung stellten wir Jana als zweite Hauptamtliche ein.

Auch dieses Projekt wurde im Rahmen von „Erfolgreich weiter“ um zwei Jahre verlängert und bestand dadurch währen der ganzen Corona-Zeit.

Im Februar 2022 startete Russland seinen Angriffskrieg auf die Ukraine und löste von einem Tag auf den anderen nicht nur eine gewaltige Flüchtlingsbewegung Richtung EU, sondern auch eine ebenso beeindruckende Welle der Hilfsbereitschaft seitens der deutschen Aufnahmegesellschaft aus. Beides musste so effizient und menschlich wie möglich in geordnete Strukturen geleitet und begleitet werden. Von März bis Mitte des Jahres war unser Freiwilligenmanagement zu mindestens 50% damit beschäftigt, die Fragen von selbständig aktiv gewordenen Flüchtlingshelfer*innen zu beantworten.

Insbesondere aus dieser Zeit stammten viele „selbstvermittelte“ Mentorenschaften, die wir in der Folge ebenso begleitet haben wie diejenigen aus unserem Vermittlungsprozess.

Unser allgemeines Freiwilligenmanagement wird von der Stadt Bonn finanziert.
Leider ist der Stellenumfang relativ gering, so dass wir ohne spezielles Mentoring-Projekt nur vereinzelte neue Mentorenschaften vermitteln konnten.

Beispiele für die Aktivitäten von Mentor*innen

Einige Beispiele aus den oben genannten Mentoring-Projekten finden Sie hier: